25 Jahre MEC - Modellbahn März 2016

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25 Jahre MEC

Wir über uns

25 Jahre Modellbahnclub 
St. Egidien


Im Oktober 2012 konnten wir das 25 jährige Bestehen unseres Modellbahnclubs feiern. 25 Jahre Modellbahnclub bedeutet, dass in dieser Zeit engagierte Freunde der kleinen Spur während viele hunderte, ja tausende Stunden für ihr Hobby auf andere Freizeitvergnügungen
verzichtet haben. Wenig mehr als eine handvoll Männer und Jugendliche haben mit ihren Ideen das geschaffen, was wir jetzt an Anlagen haben und zur Ausstellung zeigen.

Alles begann im Oktober 1987 im „Eulenhaus“ von St. Egidien mit dem Treffen von drei Modellbahnfreunden, um eine Interessengemeinschaft Modellbahn im Kulturbund der Ortsgruppe St. Egidien zu gründen, die bereits einen Monat später durch einen weiteren Bürger verstärkt wurde.
Zunächst war an eine Modellbahn nicht zu denken. Arbeitseinsätze zur Sanierung des Hauses sowie Ausbau der vorhandenen Räumlichkeiten waren dringend erforderlich, um überhaupt das Gebäude nutzen zu können. Als dann die erste Anlage aufgebaut war, kam die politische Wende und mit ihr die Hiobsbotschaft: Der Modellbahnclub arbeitet mit Leim und Chemikalien deren Verdunstungen die Gebäudesubstanz schädigt. Alle Widersprüche waren zwecklos und die Gemeinschaft heimatlos. Nach entsprechenden Verhandlungen mit Vertretern der damals zuständigen Deutschen Reichsbahn konnten als neue Wirkungsstätte Räume im Empfangsgebäude des Bahnhofs St. Egidien vertraglich gesichert werden. Auch hier war wieder viel Renovierungsaufwand an Wänden, Fußboden und E-Installation nötig, bevor die im Eulenhaus demontierten Anlagen wieder aufgebaut werden konnten.

Die neuen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse waren für die Interessengemeinschaft mit vielen neuen Konfrontationen arbeits- und vor allem bürokratischen Hürden gespickt. Um als selbstständige Gruppe weiter bestehen zu können, sind wir dem Kulturbund Landesverband Sachsen e.V. beigetreten und haben ein Statut erarbeitet und beschlossen. Nach einem Antrag wurde uns auch die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt bestätigt.
Die vertragliche Vereinbarung zur Nutzung der jetzt von uns neu hergerichteten Räume wurde nicht mehr anerkannt. Eine weitere Ausweisung stand uns bevor. Schließlich wurde uns von DB – Seite die Möglichkeit vorgeschlagen, einen Antrag auf Anerkennung als eine
Freizeitgruppe innerhalb des Bahn-Sozialwerkes zu stellen. Dies haben wir getan und sind somit seit 1992 eine anerkannte Freizeitgruppe des BSW. Die weitere Nutzung der Räume war damit erst einmal abgesichert. Unter der umsichtigen Leitung des damaligen Vorsitzenden entstehen in den Bahnhofsräumen, und selbst zum Teil in Heimarbeit mit beschafften Bausätzen Gebäude, die entsprechend in die zu bauende Anlage integriert werden konnten. Auf der Basis des von einem Clubmitglied entworfenen Gleisplanes von 1991 bauten wir bis 1995 an unserer ersten großen Gemeinschaftsanlage. Leider waren oft nur 2 oder 3 Mitglieder zu den Zusammenkünften anwesend, was meist den damals neuen Arbeitsbedingungen geschuldet war.


Unsere Mitglieder mussten vieles lernen: Bauarbeiter, Tischler, Maler, Elektriker, Modellbauer, Landschaftsgestalter Feinmechaniker; jeder bemühte sich seine Fertigkeiten zu vervollkommnen um unsere Anlagen zu erstellen. Trotz vielfältiger Schwierigkeiten hatten

unsere Arbeiten Erfolg. Ausstellungen 1996 und in den erweiterten Räumlichkeiten 1997 waren sehr erfolgreich. Unser Club beteiligte sich auch außerhalb seines Domizils an Veranstaltungen. So z B. an Bahnhofsfesten in Zwickau und Glauchau sowie teilweise an den weihnachtlichen Pyramidenfesten. Wir Mitglieder waren zu Gast bei mehreren Herstellern von Modellbahnerzeugnissen und im Eisenbahnmuseum Nürnberg, Modellbahn-Großanlagen in Hamburg, Berlin, Wiesa und Wiehe haben wir besichtigt, auch die Leipziger „Modell und Hobby“ wurde regelmäßig besucht.

Vor allem während der Ausstellungen zeigte unsere Gemeinschaftsanlage Mängel. Zugfahrten wurden durch Entgleisungen unterbrochen, auch der Zugbetrieb allgemein war störanfällig. Also wurde die Anlage demontiert und auf der Basis des bisherigen Gleisplanes mit geringen Änderungen und vor allem anderen Gleismaterial neu erstellt. Schwerpunkte dabei waren die Absicherung des Fahrbetriebes durch Blockschaltung einschließlich der Einrichtung von Bremsstrecken vor den Signalen, die Ergänzung durch eine Überlandbahn sowie Vorbereitung der Straße zur evtl. Nutzung mit elektrisch angetriebenen Kfz und selbstverständlich änderte sich die gesamte Landschaft.

Zwischenzeitlich konnte der Club drei weitere Räume hinzugewinnen. Wieder waren viele Renovierungsarbeiten erforderlich. Schließlich hatten wir jetzt Platz um eine Spielanlage für die Kinder der Ausstellungsbesucher und unser Bahnbetriebswerk aufzustellen. Im größten der 3 Räume bauten wir eine neue Anlage mit dem Bahnhof St. Egidien einschl. Nebengebäude und den Bahnanschluss der ehemaligen Nickelhütte mit Heizwerk, Kohlelagerplatz, Stellwerk und Zentralwerkstatt im Mittelpunkt. Die maßstabsgerechten Gebäude wurden nach umfangreichen Vermessungen der Originale als Modell angefertigt. Die Anlage mit zweigleisiger Hauptstrecke, Nebenstrecke und Werksanschluss ausgestattet war ab 1999 bis jetzt eigentlich Baustelle. Im Februar 2000 starteten wir die ersten Probefahrten und wir hatten Gelegenheit noch vor dem Geländebau die eine oder andere Fehlerquelle im Gleisverlauf zu korrigieren.
2001 beschädigte ein Wasserschaden unseren Raum mit der ersten Gemeinschaftsanlage und wieder gab es nicht geplanten Arbeitsaufwand.

Zurück zur neuen großen Anlage. Hier sollte mit viel elektronischen Aufwand allerdings ohne Computer ein fast vollständig automatischer Zugbetrieb mit mehreren gleichzeitig fahrenden Zügen realisiert werden. Leider wurden diese Bemühungen durch Zeitmangel des Mitgliedes so stark verzögert, dass bald der Beschluss gefasst werden musste das gesamte System zu ändern und trotzdem den Bedienaufwand zu optimieren. Manche, um nicht zu sagen viele Verdrahtungen galt es zu ändern, nachdem vorher neue Schaltpläne erstellt wurden. Nebenstrecke und Werksanschluss wurden automatisiert und damit Fahrtabläufe geändert. Immer wieder galt es neue Gedankengänge zu erproben, und mancher davon musste auch wieder verworfen werden. Parallel zu den Arbeiten an der Steuerung der großen Anlage wurde eine neue Spielanlage gebaut. Zwei Module mit einem Modell der Selketalbahn in H0m

und automatischen Zugbetrieb wurde erstellt, der Betrieb der Überlandbahn automatisiert und damit begonnen D-Zugwagen mit einer Innenbeleuchtung auszustatten.

Manches Clubmitglied fehlte mehr oder weniger Wochen und Monate, weil andere Aufgaben in Beruf und Familie am Kommen hinderten. In den vergangenen Jahren haben eigentlich nur 3 – 4 Mitglieder an den Anlagen gebaut. Wenn man weiß wie viel Zeit beim Basteln für ein wenig Fortschritt notwendig ist, dann muss man trotzdem dem Erreichten große Achtung entgegenbringen. Wir Modellbahner wissen, unser Hobby ist im Zeitalter von Computer, Internet und Facebook nicht besonders zeitgemäß. Wir sind aber trotz allem überzeugt, dass es noch mehr solche wie uns gibt und würden uns freuen, wenn wir sie bei uns begrüßen könnten.

Nicht nur unsere Mitgliederzahl macht uns Sorgen. Die Konditionen für die von uns genutzten Räume im Bahnhofsgebäude von St. Egidien, welches vor mehreren Jahren von der Deutschen Bahn an ein Finanzkonsortium im Ausland verkauft wurde, sollen sich ab 2013 ändern. Es ist absehbar, dass bezüglich der Miet- und Betriebskosten eine Änderung eintritt, die von den Mitgliedern unserer Freizeitgruppe nicht mehr aufgebracht werden können. Schon der bisherige Betrag verbraucht nahezu alle unsere Einnahmen aus Beiträgen der Mitglieder und Zuwendungen von Sponsoren. Schriftliche und mündliche Vorsprachen beim Bürgermeister unseres Ortes blieben bis heute ohne Antwort. Wir hatten die Hoffnung zu für uns machbaren Konditionen geeignete Räume in der Gemeinde zu erhalten. Trotz allem danken wir den Sponsoren und Freunden unseres Modellbahnclubs für die materiellen und finanziellen Unterstützungen.

Anlässlich unseres 25 jährigen Bestehen veranstalteten wir am 3. und 4. November 2012 im Empfangsgebäude des Bahnhofs St. Egidien eine Modellbahnausstellung, die sehr gut besucht war.

Manfred Rößger

 
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